Montag, 21. Mai 2012
Warten auf den Geist
Vor ein paar Jahren gestaltete ich Orientierungstage mit einer Realschulklasse. Die Tage orientierten sich an den Fragen und Ideen der Schüler. Als das Thema „Vorbereitung eines Abschlussgottesdienstes“ auftauchte stolperten einige irgendwann über eine Kopie eines alten Pfingsthymnus „Komm herab, o heilger Geist, der die finstre Nacht zereist“. Der Text findet sich auch als Pfingstlied im Gesangbuch. Ich ahnte nicht, was die Kreativität der jungen Leute aus diesem Text machen sollte. Als sie mir den Ablauf präsentierten, las ich lediglich den Programmpunkt „Geistspiel“ und war gespannt, was das wohl sein könnte. Mit verschiedenen Requisiten ahmten sie pantomimisch das „Wirken des Geistes“ in den Menschen nach, während eine Schülerin dazu die Textabschnitte vorlas. Zur ersten Szene hatte sich eine Schülerin ganz verkrampft auf den Boden gekauert, nachdem eine andere mit einer Gießkanne hinzukam, richtete sie sich auf, wie eine sich öffnende Blüte und ging freudestrahlend zu ihren Platz zurück „Dürrem gieße Leben ein“. Bei einem anderen Bild zitterte ein am Boden liegender Schüler und bekam eine wärmende Wolldecke umgelegt „Wärme du, was kalt und hart“.
Einem Nachdenkenden hielten sie einen gelben Stern über den Kopf, plötzlich konnte er eine neue Idee in sein Heft niederschreiben „Ohne dein lebendig Wehn kann im Menschen nichts bestehn“. Hinter einem schwarzen Tuch tasteten sich mehrere Schüler durch die Dunkelheit, bis die anderen das Tuch fallen ließen und sie wieder alles sehen konnten. „Komm herab, o heilger Geist, der die finstre Nacht zerreißt, strahle Licht in diese Welt“.
Die Sehnsucht des Menschen nach Glück und einem guten Leben, nach Gesundheit und Frieden, all das kling aus dem bittenden „Komm“. Gott wirkt in allen Menschen, die sich für ihn öffnen. Der Heilige Geist ist die unsichtbare Kraft Gottes in uns, die hilft Gut und Böse zu unterscheiden und eine Antwort auf seine Liebe geben zu können. Der Geist Gottes bewegt Menschen, von sich allein abzusehen und anderen Menschen zu dienen. Er schenkt Kreativität, Weisheit und bewegt die Herzen sich Gott zu öffnen. Pfingsten erinnert nicht nur an den Geburtstag der Kirche und die Aussendung des Geistes auf die junge Gemeinde. Pfingsten fordert alle Christen heraus, dem Geist Raum zu schenken, der unser Leben erfüllen will, der uns die Vielfalt der göttlichen Gaben in uns und unserem Nächsten entdecken lässt. Paulus erinnert in seiner Rede über den heiligen Geist daran, dass niemand alle Gaben besitzt aber auch niemand leer ausgeht. Alle empfangen die Charismen mit dem Ziel, sie für die Gemeinschaft einzusetzen. „Komm, du guter Geist Gottes und erfülle uns!“
P.Mario Kaufmann scj, Brasilien
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Montag, 14. Mai 2012
Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 - ich wurde immer froher
Mein persönliches Fazit:
Die Begegnung mit Christus und den Menschen, die vielfältigen geistlichen Impulse, das gemeinsame Beten und Singen und die wohltuende Erfahrung, mit Gleichgesinnten unterwegs zu sein, haben mich froh gemacht. Danke!
Es war auch schön, dass Richard Baus und ich mit unseren Bildern und Texten so viele Menschen erreichen konnten und es zu intensiven Glaubensgesprächen kam. Auch dafür Vergelt´s Gott.
Die Begegnung mit Christus und den Menschen, die vielfältigen geistlichen Impulse, das gemeinsame Beten und Singen und die wohltuende Erfahrung, mit Gleichgesinnten unterwegs zu sein, haben mich froh gemacht. Danke!
Es war auch schön, dass Richard Baus und ich mit unseren Bildern und Texten so viele Menschen erreichen konnten und es zu intensiven Glaubensgesprächen kam. Auch dafür Vergelt´s Gott.
Dienstag, 8. Mai 2012
Ausstrecken nach IHM
Ausstrecken nach IHM
Während der Heilig-Rock-Wallfahrt war ich in einem der großen Gottesdienste als Kommunionhelferin eingeteilt. Das System des Kommunionausteilens war sehr einfach: die Austeiler/innen wurden von einer Person mit einem roten Regenschirm zu der Stelle geleitet und begleitet, an der die Kommunion ausgeteilt werden sollte. Der rote Regenschirm dienste dabei als Markierung dieser Stelle und die Gottesdienstteilnehmer/innen konnten sich an dieser roten Marke in der Menge gut orientieren. Als ich nun mit meiner Schirmbegleiterin losging, stellte sich sehr schnell heraus, dass die Gänge schon verstopft waren und wir auf regulärem Weg nicht zu unserem Platz kamen.
Also krempelte meine Begleiterin ihr Messdienergewand hoch und stieg über die Bänke, um voran zu kommen. Ich tat es ihr nach, kam aber nur zwei Bänke weit, da erkannten die Umstehenden mich und die kostbare Gabe in meinen Händen auch schon und stellten sich mir in den Weg. Sie streckten ihre Hände aus und ich teilte ihnen an Ort und Stelle die Kommunion aus. Und während ich so meinen Dienst versah, waren es immer mehr Hände, die sich mir von allen Seiten entgegenstrecken. Von überall menschliche Hand-Schalen, die gefüllt werden wollten. Ich mühte mich gar nicht mehr, an meinen vorgesehenen Platz durchzukommen, ich ging einfach nur noch den geöffneten Händen nach, bis meine Hostienschale leer war.
Kaum eine Szene hat mich während der Tage, die ich zur Wallfahrt in Trier verbrachte, so berührt, wie dieses Bild der ausgestreckten Hände.
Es waren nicht nur Hände, es waren Menschen hinter den Händen, die fast sehnsüchtig auf den warteten und mit dem in Berührung kommen wollten, der ihnen in ihrem Leben wichtig war und ist.
Waren die Besucher der Wallfahrt, nach meiner Beobachtung, bei der Berührung des Heiligen Rocks, bzw. des Schreins eher ehrfürchtig, fast zaghaft, so streckten sie sich im Gottesdienst mit der ganzen Kraft ihres Körpers und ihrer Hände dem entgegen, der die Kraft ihres Lebens ist.
War es zunächst das große Gefühl von Gemeinschaft, dass mich während der Wallfahrt beeindruckte und auch ermutigte, so war es nach diesem Gottesdienst die Gewissheit, dass es immer noch viele Menschen gibt, für die Jesus und Gott, der Glaube und die Religion, zu wichtigen und tragenden Kräften in ihrem Dasein gehören.
Kräften, zu denen sie sich bekennen und mit denen sie immer wieder in Berührung kommen wollen - so wie mit der Tunika im Dom.
Text: Marita Rings-Kleer
Während der Heilig-Rock-Wallfahrt war ich in einem der großen Gottesdienste als Kommunionhelferin eingeteilt. Das System des Kommunionausteilens war sehr einfach: die Austeiler/innen wurden von einer Person mit einem roten Regenschirm zu der Stelle geleitet und begleitet, an der die Kommunion ausgeteilt werden sollte. Der rote Regenschirm dienste dabei als Markierung dieser Stelle und die Gottesdienstteilnehmer/innen konnten sich an dieser roten Marke in der Menge gut orientieren. Als ich nun mit meiner Schirmbegleiterin losging, stellte sich sehr schnell heraus, dass die Gänge schon verstopft waren und wir auf regulärem Weg nicht zu unserem Platz kamen.
Also krempelte meine Begleiterin ihr Messdienergewand hoch und stieg über die Bänke, um voran zu kommen. Ich tat es ihr nach, kam aber nur zwei Bänke weit, da erkannten die Umstehenden mich und die kostbare Gabe in meinen Händen auch schon und stellten sich mir in den Weg. Sie streckten ihre Hände aus und ich teilte ihnen an Ort und Stelle die Kommunion aus. Und während ich so meinen Dienst versah, waren es immer mehr Hände, die sich mir von allen Seiten entgegenstrecken. Von überall menschliche Hand-Schalen, die gefüllt werden wollten. Ich mühte mich gar nicht mehr, an meinen vorgesehenen Platz durchzukommen, ich ging einfach nur noch den geöffneten Händen nach, bis meine Hostienschale leer war.
Kaum eine Szene hat mich während der Tage, die ich zur Wallfahrt in Trier verbrachte, so berührt, wie dieses Bild der ausgestreckten Hände.
Es waren nicht nur Hände, es waren Menschen hinter den Händen, die fast sehnsüchtig auf den warteten und mit dem in Berührung kommen wollten, der ihnen in ihrem Leben wichtig war und ist.
Waren die Besucher der Wallfahrt, nach meiner Beobachtung, bei der Berührung des Heiligen Rocks, bzw. des Schreins eher ehrfürchtig, fast zaghaft, so streckten sie sich im Gottesdienst mit der ganzen Kraft ihres Körpers und ihrer Hände dem entgegen, der die Kraft ihres Lebens ist.
War es zunächst das große Gefühl von Gemeinschaft, dass mich während der Wallfahrt beeindruckte und auch ermutigte, so war es nach diesem Gottesdienst die Gewissheit, dass es immer noch viele Menschen gibt, für die Jesus und Gott, der Glaube und die Religion, zu wichtigen und tragenden Kräften in ihrem Dasein gehören.
Kräften, zu denen sie sich bekennen und mit denen sie immer wieder in Berührung kommen wollen - so wie mit der Tunika im Dom.
Text: Marita Rings-Kleer
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Samstag, 28. April 2012
Zum Beispiel: DU!
Zum Beispiel Du
kannst das Evangelium
mit deinen Lebensfarben ausmalen
und selber zu einem Bild werden
das die Welt farbig macht
denn nur allein
kannst die Farben mischen
die deine Augen geschaut haben.
Zum Beispiel Du
kannst Gottes Melodie
mit deinen Tönen singen
und selber zu einem Klang werden
der die Welt in Schwingung bringt
denn nur du allein
hast die Noten und Töne
die du im Inneren vernommen hast.
denn nur du allein
kannst schenken
was dich bewegt.
Zum Beispiel Du
kannst die Frohe Botschaft
hineinbuchstabieren in deine Zeit
und selber zur Sprache werden
für die Menschen die warten auf etwas
das dem Leben Hoffnung gibt
und Sinn verleiht
denn nur du allein
hast die Worte für das
was sich dir erschlossen hat.
Zum Beispiel Du
bist dazu gerufen,
denn die Liebe ist dir
auf den Herzgrund gelegt.
Hannelore Maurer, München
kannst das Evangelium
mit deinen Lebensfarben ausmalen
und selber zu einem Bild werden
das die Welt farbig macht
denn nur allein
kannst die Farben mischen
die deine Augen geschaut haben.
Zum Beispiel Du
kannst Gottes Melodie
mit deinen Tönen singen
und selber zu einem Klang werden
der die Welt in Schwingung bringt
denn nur du allein
hast die Noten und Töne
die du im Inneren vernommen hast.
Zum Beispiel Du
kannst die Welt formen
mit der Kraft deiner Hände und Gedanken
| S.Hofschlaeger/pixelio.de |
und selber zu einem Ausdruck werden
der in der Welt sichtbar wirddenn nur du allein
kannst schenken
was dich bewegt.
Zum Beispiel Du
kannst die Frohe Botschaft
hineinbuchstabieren in deine Zeit
und selber zur Sprache werden
für die Menschen die warten auf etwas
das dem Leben Hoffnung gibt
und Sinn verleiht
denn nur du allein
hast die Worte für das
was sich dir erschlossen hat.
Zum Beispiel Du
bist dazu gerufen,
denn die Liebe ist dir
auf den Herzgrund gelegt.
Hannelore Maurer, München
Jesus Christus und sein Wort!
Du sprichst die Menschen so an,
dass sie innerlich bewegt sind.
Du berührst ihre Gedanken,
du berührst ihr Suchen,
du berührst ihr Inneres.
Eine Kraft, die ermutigt, geht von dir aus.
Eine Kraft, die bestärkt, geht von dir aus,
bestärkt, auf Gott zu setzen,
bestärkt, sich der Liebe Gottes bewusst zu sein,
bestärkt, diesem Gott zu vertrauen.
Dein Wort ist verändernd.
Dein Wort ist reinigend.
Dein Wort bringt Liebe in die Menschen.
So sprichst du uns zu
den eigenen Weg mit Freude zu gehen,
auf die eigenen Begabungen zu achten,
immer wieder innezuhalten,
um sich deiner lebendigen Gegenwart zu vergewissern,
dein Wort und deine Botschaft hineinzunehmen in den alltäglichen Tag.
Robert Mayr, Bamberg
dass sie innerlich bewegt sind.
Du berührst ihre Gedanken,
du berührst ihr Suchen,
du berührst ihr Inneres.
Eine Kraft, die ermutigt, geht von dir aus.
Eine Kraft, die bestärkt, geht von dir aus,
bestärkt, auf Gott zu setzen,
bestärkt, sich der Liebe Gottes bewusst zu sein,
bestärkt, diesem Gott zu vertrauen.
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| "Bergpredigt - Berufung durch das Wort" von Karola Onken |
Dein Wort ist reinigend.
Dein Wort bringt Liebe in die Menschen.
So sprichst du uns zu
den eigenen Weg mit Freude zu gehen,
auf die eigenen Begabungen zu achten,
immer wieder innezuhalten,
um sich deiner lebendigen Gegenwart zu vergewissern,
dein Wort und deine Botschaft hineinzunehmen in den alltäglichen Tag.
Robert Mayr, Bamberg
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Samstag, 21. April 2012
Mehr als eine Zahl
Am neuen Börneplatz in Frankfurt zieht mich immer wieder aufs Neue die Gedenkstätte für die von den Nationalsozialisten verschleppten und ermordeten Juden in ihren Bann. Eine lange Mauer ist über und über mit kleinen, vorstehenden Metallkubi versehen, auf denen jeweils ein Name, Geburts- und, wenn bekannt, Todesdatum und Todesort steht. Fast 12000 Blöcke sind es.
Je nachdem wie man an der Mauer entlang geht, kommen
zusätzlich Türme des Frankfurter Bankenviertels in den Blick.
Gegensätzlicher könnte ein Bild nicht sein. Das einzige, was diese beiden Lebenswirklichkeiten verbindet, sind wohl die großen Zahlen.
Auf vielen der Blöcke auf der Mauer liegen, wie es jüdische Sitte ist, zum Gedenken an die Toten kleine Steinchen. Dh. hier denkt jemand an den Menschen, der sich hinter dem Namen, der Zahl, verbirgt. Er ist im Blick, nicht vergessen. Anders also als es wohl in den hohen Türmen der Finanzwelt der Fall ist.
Ganz automatisch kommt mir der Bibelvers "Ich habe dich beim Namen gerufen, du bist mein" in den Sinn. Wie anders die Logik Gottes doch ist. Wie wohltuend und tröstlich. All diese Menschen, derer hier gedacht wird, sind nicht verloren, aufgehoben bei ihm.
Auch ich bin mehr als eine Zahl, irgendein Name auf einem Dokument. Ich bin wer vor Gott, bei ihm geborgen. Gut, dass ich Theologin und keine Bankerin bin ;).
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Freitag, 20. April 2012
Ich wollte glücklich sein
| Annelor, 5. von links |
Annelor, eine 20jährige Französin, die in Kanada lebt und zurzeit mit der Glaubensgmeinschaft Emmanuel School of Mission (ESM) aus Altötting bei unserer Wallfahrt zu Gast ist, erzählte ein beeindruckendes Glaubenserlebnis aus ihrer Kindheit. Sie sei in einem katholischen Elternhaus groß geworden und als Kind jeden Sonntag in die Kirche gegangen. Doch mit 12 Jahren habe sie sich total von Kirche und Glaube distanziert. Sie war nach außen ein fröhliches Kind und als Jugendliche ein Stimmungsmacher und nach außen immer gut drauf. Aber kaum jemand wusste, dass sie abends oft traurig und weinend in ihrem Bett lag, weil sie unglücklich war und unzufrieden mit ihrem Leben.
Ihr Leben fand eine unglaubliche Wende als sie an einem Wochenende mit der Glaubensgemeinschaft Emmanuel
( www.heilig-rock-wallfahrt.de/programm/detail/glaubensgemeinschaft-emmanuel.html )teilnahm. Sie erlebte, wie zutiefst froh die jungen Leute miteinander lebten und ihren Glauben teilten.
Sie fühlte sich von Gott berührt, der sie innerlich fragte, ob sie auch so mit Gott glücklich sein wolle: "vielleicht...Die Antwort reichte Gott und er ging durch die Tür, die ich ihm einen Spalt breit geöffnet habe", erzählt Annelor.
Von da an lebt sie mit und für Gott in der Gemeinschaft Emmanuel.
Beim European Youth Forum vom 3.-8-8- sind sie alle mit ihrer Musik dabei.
http://www.youthonmission.net/
Donnerstag, 19. April 2012
Religiöse Orientierungstage für Azubis
Einfach leben!
Am 29.03-30.03.12 war es wieder soweit, die Religiösen Orientierungstage für die Bistumsauszubildenden des 2. und 3. Lehrjahres im Robert –Schuman-Haus in Trier wurden wieder angeboten. Nach der Begrüßung, Vorstellungsrunde und Besprechung vom organisatorischen Ablauf ging es mit einer Wahrnehmungsübung los. In der anschließenden Runde ging es um die Frage, wie geht es mir? Dazu lagen auf dem Boden verschiedene Begriffe aus, von denen sich jeder einen aussuchte, der seine momentane Stimmung am ehesten ausdrückte. Auf der Rückseite war jeweils ein Bibelwort abgedruckt. Nach der Austauschrunde wussten wir bereits mehr voneinander. Der gemeinsame Start war gelungen. Dann ging es ans „Rucksack packen“ d. h. wir sollten uns auf einem Blatt alles notieren, was wir auf unserem Lebensweg mitnehmen möchten. In zwei Gruppen konnten wir uns mit Frau Stadtfeld und Herrn Lauterbach über unseren Lebensrucksack austauschen. Vor dem Mittagessen hatte jeder die Aufgabe, den Verlauf der letzten drei Tage mit seinen Stimmungen, Erfahrungen, Begegnungen usw. zu skizzieren. Was damit geschehen sollte, erfuhren wir später.
Nachmittags hatten wir eine Begegnung mit zwei Ordenschristen Sr. Mirjam und Br. Daniel, die eindrucksvoll aus ihrem Alltag und Tagesablauf erzählten. Hier wurde auch klar, warum wir unseren Tagesablauf aufschreiben sollten. In dem gemeinsamen Austausch ging es um Gemeinsames, Unterschiedliches, Vertrautes und auch Fremdes unserer unterschiedlichen Lebensweisen.
Bei der Abschlussreflexion wurde spürbar, welchen positiven Eindruck die beiden Ordensleute bei uns allen hinterlassen hatten. Trotz anfänglicher Skepsis, war uns doch recht schnell bewusst, dass sie zwar eine andere Lebensweise haben, aber doch normale Menschen sind wie wir alle. Beeindruckende Vorbilder im Glauben.
Am nächsten Morgen begannen wir den Tag mit einem gemeinsamen Morgenimpuls. Danach ging es raus in die Natur zu einem „Spaziergang mit allen Sinnen“. Es galt, zu schweigen und bewusst zu gehen, zu sehen, zu hören, zu riechen. Einfach da sein, so aufmerksam wie möglich. Gar nicht so einfach, wie wir feststellen mussten. Danach trafen wir uns in der Josefkapelle wieder, wo wir fünf Symbole (Kerze, Salbe, Bierkrug, Ring und Rose) im Kirchenraum verteilt vor fanden. Wir waren eingeladen unsere Gedanken aufs Papier zu bringen und uns für einen Ort zu entscheiden, der einem am meisten zusagt.
| Austausch über unsere unterschiedlichen Lebensformen |
Mein Fazit der beiden Tage: es war für Jeden etwas dabei. Durch die passende Mischung von Pausen, Meditationen und Gesprächen konnte die Zeit für jeden als Geschenk angenommen werden, um daraus, gemäß dem Leitwort dieser Tage „Einfach zu leben“.
von Dominik Schmitt
Mittwoch, 18. April 2012
Er hat das Kleid der Armen getragen

„Nachdem die Soldaten Jesus ans Kreuz geschlagen hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile daraus, für jeden Soldaten einen. Sie nahmen auch sein Untergewand, das von oben her ganz durchgewebt und ohne Naht war. Sie sagten zueinander: Wir wollen es nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll. So sollte sich das Schriftwort erfüllen: Sie verteilten meine Kleider unter sich und warfen das Los um mein Gewand.“ Joh 19, 23-24
Das Gewand Jesu, die Tunika, der Heilige Rock wurde mit der Zeit für die Christen ein Symbol für die Menschheit Jesu, von dem sie im Glauben bekennen, dass er wahrer Mensch und Gott ist. Jesus hat, wie es im Trier Pilgergebet von 1959 heißt, das Kleid der Armen getragen, d.h. die ganze Wirklichkeit eines Menschlichen Lebens durchlebt. Die Grausamkeit der Passion und Kreuzigung macht deutlich, wie hier das Leben eines Menschen „verspielt“ wird, wie ihm die letzte Würde genommen wird.
Auch heute „spielen“ viele Große und Mächtige der Welt mit dem Schicksal unzähliger Menschen, verhindern ihre Ernährung oder nehmen ihnen buchstäblich „das letzte Hemd“. Die eigenen Gesetze der Wirtschaft und des Wettbewerbs zwingen viele in die Knie. Vielleicht kann der Heilige Rock auch ein Symbol der Mahnung sein, das für die Achtung der Würde jedes einzelnen Menschen eintritt. Es bleibt zu hoffen, dass aus der Bewunderung dieses altehrwürdigen Zeichens Menschen angeregt und bewegt werden, im Glauben an Christus die Welt zu verändern.
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Bistum Trier,
Hoffnung,
pilgern
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Montag, 16. April 2012
Sein Gewand hat mich berührt
![]() |
| Heiliger Rock, Hoher Dom zu Trier |
Im stillen Gebet hörte ich in mich hinein und erkannte, dass es vor allem die Schlichtheit dieses Gewandes war, was mich berührte. Wie einfach, wie bescheiden, demütig und den Menschen in allem so nah - hat Jesus sein Leben unter uns gelebt. Und wie lebe ich?
Ich spüre wieder neu die brennende Sehnsucht in mir, ihm ähnlicher zu sein und seiner Spur zu folgen. Es erfüllt mich mit großer Dankbarkeit und Freude über Jesus, meinen Bruder und Freund, meinen Herrn und Gott - der auferstanden ist und heute mit mir lebt und meinen Weg mit mir geht.
Um dies glauben zu können, brauche ich keine Reliquie, aber sie war an diesem Tag Anlass und Anstoß zur persönlichen Begegnung mit Christus.
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